Die Schattenseiten der Rattenhaltung

Ratten haben bereits eine sehr kleine Lobby. Sie gelten als Schadnager, als ekelig und Vieles mehr. Und auch, wenn diese Seite Skeptikern zeigen soll, dass Ratten ganz tolle Haustiere sind, möchte ich euch die Schattenseiten der Rattenhaltung nicht verschweigen. Denn die gibt es auch.

Und Menschen, die sich Ratten anschaffen möchten, sollten insbesondere die auch nicht so guten Dinge vorher bedenken...

Krankheiten und Tod

Ratten neigen zu Atemwegsinfekten und Tumoren. Das ist einfach eine Tatsache. Hinzu kommt eine geringe Lebenserwartung von durchschnittlich 2 Jahren.

Nur selten stirbt eine Ratte wirklich an Altersschwäche. Meist wird sie zuvor krank und stirbt nach einem kurzen oder auch leider langen Leidensweg.

Es ist schwer, eine Ratte, die vielleicht einen inoperablen Tumor hat, zu begleiten, bis man sie einschläfern lassen muss. Man steht vor dem Käfig, sieht sie und wird immer trauriger.

Auch Ratten mit chronischem Schnupfen zu begleiten, ist sehr schwer. Sie röcheln und schnattern, kriegen an manchen Tagen wirklich so schlecht Luft, dass man jeden Moment damit rechnet, dass sie ersticken.

Es besteht kein Unterschied dazu, einen geliebten Menschen bis zum Tod zu begleiten. Mit der Ausnahme, dass man Ratten einschläfern kann, wenn man merkt, dass sie leiden. Menschen nicht.

Viele Rattenhalter halten Jahre, ja sogar Jahrzehnte Ratten und können emotional einfach irgendwann nicht mehr. Weil sie so viele Ratten zu Grabe haben tragen müssen, dass ihre Psyche es nicht mehr aushält. Ein "Rattenhalter-Burn-Out", sozusagen.

Viele Halter machen dann eine mehrjährige Rattenpause.

Selbst, wenn man sich selbst Mühe gibt, sich nicht so emotional auf die Ratten einzulassen, dass es einen voll von den Füßen haut, wenn sie sterben, schützt man sich damit nicht.

Ratten sind so sensible und vereinnahmende Haustiere, dass sie einen manchmal klammheimlich und hintenrum in ihren Bann ziehen und man spürt erst, wie lieb man sie hatte, wenn sie nicht mehr da sind.

Tierarztkosten

Bedingt durch die mehrfach angesprochene Neigung zu Atemwegsinfekten und Tumoren, besucht man mit Ratten sicherlich öfter einen Tierarzt, als z.B. mit einer Katze oder einem Hund. (Wobei, wenn man das in Relation auf die Lebenserwartung rechnet, vermutlich genauso oft wäre.)

Hat man dann noch ein relativ großes Rudel, können die Tierarztkosten pro Monat den dreistelligen Bereich sehr, sehr schnell erreichen.

Inzwischen gibt es relativ gute medizinische Versorgung für so kleine Tiere wie Farbratten. Leider denken noch immer viele Leute, dass man mit so kleinen Schädlingen wie Ratten und Mäusen nicht zum Tierarzt gehen kann, weil man dort ausgelacht wird.

So ist das nicht! In keiner Weise!
Jedes Tier, für das man mit der Anschaffung Verantwortung übernimmt, hat ein Recht auf eine medizinische Versorgung, wenn es nötig ist.

Ein Tier sollte nicht leiden, nur, weil der Halter sich vorher keine Gedanken über die Finanzierung von eventuellen Tierarztkosten gemacht hat.

Ein Sparbuch ist für sowas sehr vorteilhaft. Man kann jeden Monat 10 Euro darauf einzahlen und im Notfall hat man es dann parat.

Zerstörungswut

Dass Ratten anfangen, ihren Käfig und alles im Auslauf zu zerlegen, wenn ihnen langweilig ist oder sie einzeln gehalten werden, dürfte inzwischen jedem klar sein.

Doch auch bei artgerechter Haltung gibt es in seltenen Fällen immer mal wieder Exemplare, die irre Spaß daran haben, Tapeten von den Wänden zu reißen, ins Sofa zu pinkeln, den Teppich anzunagen oder Löcher in Kleidung zu fressen.

Aber man darf auch nicht vergessen, dass Ratten nicht nur Nager, sondern auch von Natur aus kleine Kobolde sind. Sie erkunden alles - und das durchaus hin und wieder auch mal mit ihren Zähnen.

Wenn man sich entschließt, Ratten anzuschaffen, sollte man entweder nicht allzusehr an seinen Sachen hängen oder aber ein absolut rattensicheres Zimmer gestalten, wo solche "Unfälle" nicht passieren können.

Die Ratten auszuschimpfen, weil sie einen teuren Kirschbaumholzschrank oder ein Abendkleid angefressen haben, wäre unfair. Denn du als Halter bist dafür verantwortlich, dass sowas nicht geschehen kann.

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