Warum lachen Ratten, wenn sie gekitzelt werden?

 

Dass Ratten kitzelig sind, ist mittlerweile bekannt. Mit speziellen Geräten kann man dies auch für den Menschen hörbar machen. Denn Ratten lachen beim Kitzeln sonst im Ultraschallbereich, was wir Menschen (leider) nicht hören können.

Das Forscherteam um Michael Brecht von der Berliner Humboldt-Universität hat sich gefragt, was aber der Grund dafür sein könnte, dass Ratten so gerne gekitzelt werden. Und was dies im Rattengehirn auslöst.

Hergestellt wird das Kitzelgefühl im sogenannten Somatosensorischen Kortex des Rattengehirns. Jedoch wurde auch herausgefunden, dass Ratten sich nur gerne kitzeln lassen und infolge dessen auch lachen, wenn sie sich wohl fühlen.

Aus den Forschungen schloss das Team, dass das Kitzeln eine Art Trick des Gehirns ist, das den Tieren erlaubt, miteinander zu interagieren bzw. zu spielen, um sich gegenseitig besser kennenzulernen.

Dies funktioniert natürlich auch bei anderen Arten bzw. zwischen Mensch und Ratte.

Quelle: http://science.sciencemag.org/content/354/6313/757
(Science  11 Nov 2016: Vol. 354, Issue 6313, pp. 757-760
DOI: 10.1126/science.aah5114)

 


Jungratten, die viel spielen, haben es einfacher im Leben

 

Dass die Sozialisierung unserer Nasen wichtig für ihr späteres Leben ist, wissen wir alle. Aber insbesondere das Spielen macht einen Unterschied.

 

Ratten lachen gern. Professor Jaak Panksepp ist Psychologe und Neurobiologe an der Universität von Ohio fand dies heraus und alles, was damit zusammen hängt.

 

 

So haben Rattenmännchen, die als Baby viel spielen durften, bessere Chancen bei Weibchen. Sie können sich auch besser gegen andere Männchen durchsetzen, leiden weniger an Depressionen. Schon sechs Stunden Balgerei und Spielen verändert das Verhalten der Ratte und die Funktion ihres Gehirns. 

 

Humor ist darüber hinaus erlernbar. Eine Ratte, die es noch nicht kennt und genießt, gekitzelt zu werden und zu kichern, kann dies noch lernen. 

 

Das Spielen, Kitzeln und Lachen ist für die Ratten wichtig, um eine Selbstsicherheit zu gewinnen, die ihnen hilft, souveräner in schwierigen Situationen zurecht zu kommen. 

 

In Professor Panksepps Labor wird deutlich, dass die Ratten es lieben, von ihm und Artgenossen geneckt und gekitzelt zu werden und sich dabei schlapp zu lachen. Sie sitzen am Gitter, sind hellwach und können es kaum abwarten, raus zu dürfen. Die Kontrollgruppe, die nie spielt und nie gekitzelt wird, pennt tief hingegen tief und fest.

 

Die Ratten fordern ihr Spiel also regelrecht ein. Sie freuen sich darauf. 

 

(Quelle)


Zu viel Fett während der Trächtigkeit fördert das Tumorwachstum der Töchter

Bestätigt wurde dieser epigenetische Effekt der Ernährung unter anderem im September 2012 bei Versuchen mit Ratten. Erhielten Rattenweibchen während ihrer Schwangerschaft fettreiche Kost, erhöhte sich das Brustkrebsrisiko ihrer Töchter und Enkeltöchter um 55 bis 60 Prozent - obwohl sich diese ihrerseits völlig normal ernährten. Einen ähnlichen Effekt fanden die Wissenschaftler bei Östrogenpräparaten, wie sie gegen Schwangerschaftskomplikationen verabreicht werden: Bekamen Rattenweibchen in der letzten Schwangerschaftswoche zusätzliche Östrogene, reagierten sogar noch ihre Urenkelinnen 50 Prozent anfälliger gegenüber krebsauslösenden Substanzen.

Quelle: Klick!


Ratten können Gesichtsausdrücke von Artgenossen deuten

 

Satoshi Nakashima von den NTT Communication Science Laboratories in Kanagawa führte mit seinem Team ein Experiment durch, indem 104 Ratten getestet wurden.

 

Es gab zwei Räume, in denen Portraits von Rattengesichtern aufgehängt wurden. In dem einen Raum befanden sich Rattengesichter, denen es gut ging und im anderen welche, die unter Schmerzen litten.

 

Die Ratten entschieden sich vorwiegend für den Raum mit freundlichen Rattensichtern.

 

Dies beweist, dass Ratten nicht nur, wie lange Zeit angenommen, vorwiegend über den Geruch und Ultraschall-Laute kommunizieren, sondern - genau wie wir Menschen auch - über Gesichtsausdrücke. Ratten können ihren Zustand nicht nur mithilfe ihrer Gesichtszüge ausdrücken, sondern auch bei ihren Artgenossen deuten und aufgrunddessen Entscheidungen fällen.

 

(Quelle: scinexx / Royal Society Open Science, 2015; doi: 0.1098/rsos.140381)


Stress in der Kindheit fördert aggressives Verhalten bei Ratten

Ratten, die während der sogenannten peripubertären Entwicklungsphase erheblichen Stressfaktoren ausgesetzt waren, verhalten sich später gegenüber Artgenossen aggressiver als üblich, indem sie diese besonders häufig und heftig attackieren.

Bereits frühere Studien haben den Zusammenhang zwischen emotionalem Stress in der Kindheit und gewalttätigem Verhalten beim Menschen untermauert. Die Ergebnisse der Studien des Teams um Carmen Sandi von der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne in Frankreich belegen, dass in der Kindheit traumatisierte Menschen wie Ratten nicht nur psychisch leiden, sondern auch ihre Gehirne messbare Veränderungen aufweisen.

Normalerweise wird bei den Nagern in sozialen Konfliktsituationen eine Region im Stirnhirn, dem sogenannten orbitofrontalen Kontex, aktiv. Bei den als Jungtieren traumatisierten Ratten war jedoch nur eine geringe Aktivierung dieser Hirnregion feststellbar.

Folglich waren die Tiere weniger in der Lage, negative Impulse zu steuern. Darüber hinaus zeigt sich, dass bei den aggressiven Ratten ein bestimmtes Gen aktiver war, als bei ihren nicht traumatisierten Artgenossen, das heißt, das Gehirn wurde durch den Stress während der Kindheit nachhaltig beeinflusst (Carmen Sandi et al.: Translational Pychiatry, doi: 10.1038/tp2012.144).

Da sich diese an Mensch und Ratte gewonnenen Erkenntnisse sicherlich auf andere Tierarten übertragen lassen, unterstreicht dies die Notwendigkeit, dass Züchter von Nagern, Kaninchen und Frettchen Eltern-  wie Jungtieren tiergerechte und stressfreie Aufzuchtsbedingungen ermöglichen.

Quelle: Kathrin Aretz, Rodentia Nr. 72


Ratten begreifen die Welt im Schlaf

Wie Forscher jüngst heraus gefunden haben, üben neugeborene Ratten im Schlaf bereits, wie sie ihre Tasthaare im späteren Leben richtig benutzen können.

Im Schlaf zucken die Kleinen unwillkürlich und zufällig immer wieder mit ihren Tasthaaren. Durch dieses Zucken werden Nervenbahnen aktiviert, die den rattenfeinen Tastsinn noch weiter ausprägen.

Quelle: Ein Herz für Tiere, Nr. 12/2012

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