Es gibt Ratten, die sind sogar als zahm zu bezeichnen, denn sie klettern gerne auf ihrem Menschen herum, nehmen Leckerlis aus der Hand - aber hochheben ist tabu! Dann quieken sie wie am Spieß oder beißen sogar.

Grundsätzlich gilt erstmal nur eine Regel: Akzeptiere, dass deine Ratte sich nicht hochheben lassen will.

Dass eine Ratte sich nicht hochheben lassen will, muss keinen tieferen Grund haben. Manche Ratten empfinden es einfach als unangenehm oder verstehen es als Angriff (Raubvogeleffekt) und bekommen Angst. Abgesehen davon: Du lässt dich ja auch nicht gerne von jedem hochheben, oder?

Wenn man so eine Ratte hat, stößt man früher oder später auf Probleme, denn manchmal muss man eine Ratte eben hochheben. Beispielsweise, wenn man sie zur Käfigreinigung herausnehmen muss oder wenn man einen Käfig hat, der nicht mit dem Auslauf verbunden ist und man die Ratten jeden Tag in den Auslauf tragen und wieder zurück in den Käfig setzen muss.

 

Spätestens beim Tierarzt kommt man aber nicht mehr drumherum.

Trotzdem gilt weiterhin: Akzeptieren!


Denn wenn man Ratten zu etwas zwingt, was sie nicht wollen, können sie durchaus Gebrauch von ihrer gefährlichsten Waffe machen: Ihren Zähnen! Also proviziere keine Bisse und hebe deine Ratte nicht mit bloßen Händen hoch, wenn du weißt, dass sie das nicht will.

Es gibt nämlich ungefährliche Alternativen.

Alternativen zum Hochheben mit der Hand

Nimm einfach eine Röhre oder ein umgedrehtes Schlafhaus oder ein Schlafhaus mit Boden und lass die Ratte dort hineinlaufen und heb sie damit heraus. Noch besser sind Kuschelpyramiden.

Mein Damon ließ sich z.B. auch nicht gerne hochheben. Er war sonst ein total lieber Kerl und biss auch nicht, aber hochheben fand er immer doof. Da ich aber aus technischen Gründen zur damaligen Zeit keinen Auslauf mit dem Käfig verbinden konnte, mussten die Ratten jeden Tag rein- und wieder rausgehoben werden, aus dem Auslauf.

Damon mochte das gar nicht. Er hatte mir recht schnell selbst gezeigt, dass er es viel, viel besser findet, wenn ich ihn mit der Pyramide hochhebe. Wenn es abends wieder in den Käfig zurückging und ich Freddy und Theo, die beiden Kletten, schon zurück gesetzt hatte, ging er freiwillig und ganz von allein in die Pryamide und ich konnte sie komplett - mit Damon drin - in den Käfig zurück heben.



Und andersherum machten wir es auch so. Wenn Auslaufzeit war, stellte ich die Pyramide in den Käfig, er lief irgendwann freiwillig rein und ich setzte Pyramide und Damon raus.

 

"Der Wrap"

 

Unkooperative Ratten kann man beim Tierarzt oft mit einem ganz simplen Trick fixieren: Man nehme ein Handtuch und wickle die Ratte so fest wie möglich in diesem Handtuch ein. Wie eine Art Wrap. Auf diese Weise verletzt man die Ratte nicht. Aber gerade bei Untersuchungen am Kopf oder am Popo kann man die Ratten so sehr gut fixieren, ohne sie allzu grob anzufassen. Eine Ratte so fest wie einen Wrap einzurollen, erfordert (ebenso wie bei dem Essen) einfach etwas Übung.

 

Die weniger angenehme Alternative wäre der Griff ins Nackenfell (wie bei kleinen Kätzchen). Das tut der Ratte zwar auch nicht weh, bricht vielen Haltern aber beinah das Herz.

Gewöhnungszeit

Die Ratte sollte zunächst an das Teil in das sie hineinlaufen soll, gewöhnt werden. Deswegen ist es am Besten, wenn man das Haus, die Röhre oder die Kuschelpyramide zuerst für 1-2 Tage in den Käfig stellt/legt, damit das Rudel es markieren und sich damit vertraut machen kann. So weiß die "Problemratte", dass sie keine Angst vor diesem Einrichtungsgegenstand haben muss.

Im Laufe der nächsten Zeit wird die Ratte selbst merken, dass es durch diesen Gegenstand für beide Seiten leichter und stressfreier ist. Es kann sein, dass die Ratte schon nach kurzer Zeit freiwillig in den Gegenstand klettert, wenn sie merkt, es ist z.B. Zeit für den Auslauf.

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