Meine Erfahrungen mit Käfigen verschiedener Größen

 

Auf dieser Unterseite soll es um das Verhalten der Ratten auf verschiedenen Käfiggrundflächen gehen. Denn ich persönlich vertrete die Auffassung, dass für die Rattenhaltung eine große Grundfläche wichtiger, als die Höhe ist. Selbstverständlich sollte eine Mindesthöhe von 80 cm niemals unterschritten werden.

 

Jedoch empfinde ich Turmbauten von geringer Grundfläche, aber großer Höhe für Ratten als nicht artgerecht. Etliche Volieren entsprechen diesem Typ. Beispielsweise eine Grundfläche von 60 x 60 cm, aber dann eine Höhe von über 200 cm.

 

Auch Schränke, die nur eine Grundfläche von 80 x 50 cm aufweisen, aber 180 cm oder höher sind, empfinde ich als nicht artgerecht.

Im Jahr 2005 bewohnte unserer 5er Weibchenrudel eine Voliere. Sie war 60 cm lang und breit und 180 cm hoch. Für die jungen Mädels war es ein Paradies auf Erden. Klettern, bis der Arzt kommt. *grins*

 

Sie sind am Käfiggitter hoch und runter gerast, wie kleine Hörnchen und hatten jede Menge Freude. Sprints wurden auf den Abend in den Auslauf verschoben. Bei den jungen Mädels hatte ich nicht den Eindruck, dass es sie stört. 

 

Aber wir hatten auch zwei Omis im Rudel. Sie waren fast 3 Jahre alt, taub und blind und eine hatte auch einen fortschreitenden Gesäugetumor. Für die beiden waren die letzten Woche in der Voliere wirklich sehr traurig, denn sie konnten sich aufgrund ihrer Altersbeschwerden nicht mehr am Gitter nach oben hangeln und auch Leitern oder Rampen konnten sie nicht gehen. So lebten sie effektiv gesehen eigentlich zu zweit auf 60 x 60 cm. Der Tagesablauf der beiden bestand eigentlich nur aus fressen und schlafen. 

 

Damals erkannte ich: Volieren, die eine sehr kleine Grundfläche, aber viel Höhe haben, sind als Kletterburgen für junge Rattis (vor allem Mädels) bis zu einem Jahr echt super geeignet. Sie bieten gaaaanz viele Bewegungsmöglichkeiten. Aber man sollte sie nur als Anbau für Käfige mit größerer Grundfläche verwenden, um auch Lauffläche bieten zu können - und nicht nur für alte Tiere (für die natürlich besonders). Ansonsten sind Volieren mit kleiner Grundfläche einfach nicht für Ratten geeignet.

Im Jahr 2007 bezogen meine damaligen Ratten einen umgebauten Aneboda-Schrank. Er hatte die Maße 80 cm Länge, 50 cm Tiefe und 180 cm Höhe, mit drei Volletagen. Das ergab eine Grundfläche von 4000 cm².

 

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Ich war immer der Meinung, dass meine Ratten sich darin wohl fühlen. Doch rückblickend betrachtet und im Vergleich zu größerer Grundfläche fällt mir Folgendes auf:

• Die Ratten haben mehr geschlafen.
• Die abendlichen Auslaufzeiten wurden mit "am-Gitter-sitzen-und-lieb-schauen" herbei gesehnt.
• Fiel der Auslauf mal aus, haben die Ratten Terror geschoben (z.B. Gitternagen).
• Alte Ratten bewegten sich vorwiegend auf nur noch einer Etage (meist die oberste).
• Sprints wurden im Käfig gar nicht erst ausprobiert, aber abends im Auslauf mit 100 % ausgelebt.

Seit dem Juni 2011 lebten meine Jungs in der oberen Hälfte des PAX-Korpus von Ikea. Dieser hatte 100 cm Länge, 58 cm Tiefe und 115 cm Höhe. Mit zwei Volletagen.

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In der unteren Hälfte mit denselben Maßen lebten meine Degus.

Auf der größeren Grundfläche, von immerhin 5800 cm², zeigten sich im Vergleich zum Aneboda andere Verhaltensweisen und Aspekte:

• Man musste Rampen und Leitern nicht so steil anbringen, was besonders für kranke, alte oder schwache Ratten ein Vorteil war.

• Bedingt durch die flacheren Rampen blieben auch alte Ratten nicht nur auf einer Etage, sondern nutzen den Käfig mehr.
• Eine Etage war nicht sofort vollgestellt, wenn man mehr als ein Haus und ein Klo pro Ebene aufstellte.

Beim Umzug im Sommer 2013 wurde der PAX aus technischen Gründen mittig durchgesägt, so dass das untere und obere Teil in der neuen Wohnung nebeneinander, anstatt übereinander positioniert werden könnten. Was sich für den Auslauf der Ratten, als auch der Degus als ideal herausstellte.

 

nachumzug

Anfang 2014 gab ich die Deguhaltung auf. Und einer der beiden PAX-Komplexe stand leer.

Am 29. Mai 2014 wurden beide PAX-Komplexe miteinander verbunden, so dass der Rattenkäfig nun 200 cm Länge, 58 cm Tiefe und 115 cm Breite besaß.

 

 paxverbunden-mai2014

Noch am selben Tag konnte ich bereits erhebliche Verhaltensunterschiede zu allen vorherigen Käfiggrundflächen feststellen:

 

• Es wurden Sprints im Käfig über die gesamte Länge hingelegt.

• Als Freddy (fast 2 Jahre) sich mit Fiete (fast 3 Monate) nicht ganz grün war, verschwand der eine in der linken und der andere in der rechten Käfighälfte. Jeder suchte sich einen eigenen Platz zum Schlafen.

• Abends beendeten die Ratten ihren Auslauf nach 2,5 Stunden selbstständig, indem die drei Jungspunde freiwillig in den Käfig zurückkehrten und sich zum Schlafen hinlegten.

• Es gibt eine Nestrotation. Mal schlafen alle in der linken, mal in der rechten Käfighälfte.
• Theo, der eine Hinterhandlähmung hat, lebt quasi nur noch auf der obersten Etage und im Gegensatz zu vorher hat er seit Verdopplung der Grundfläche wieder richtig viel Lebensfreude und Spaß. 

Im August 2016 gab es für meine Ratten sozusagen eine "Zurückstufung" in der Käfiggröße. Nicht das, was ich mir gewünscht hätte, aber persönliche Gründe ließen leider keine andere Lösung zu, denn wir zogen nach Ostfriesland in eine kleinere Wohnung um. In der leider kein Rattenzimmer möglich war und die keinen Platz für einen 200 cm langen Käfig bot.

 

Stattdessen investierte ich erstmals in meinem Leben fast 300 Euro für einen "Kaufkäfig". Und zwar den Savic Suite Royal 95 Double. Dieser hat die Maße 95 cm Länge, 63 cm Breite und 120 cm Höhe. Was eine Grundfläche von 5985 cm² bedeutet. Obwohl mein schlechtes Gewissen mich die ersten Tage schlaflose Nächte durchmachen ließ, belehrten meine Jungs mich erstaunlicherweise eines Besseren.

 

Da der Käfig nun im Flur stand und nicht mehr in einem Rattenzimmer, waren sie plötzlich aktiv, wie nie zuvor. Gespannt saßen sie am Gitter, sobald sich jemand in der Wohnung bewegte und warteten freudig darauf, dass jemand vorbei kam, um eine Runde Leckerlis springen zu lassen.

 

Was im 200 cm langen Eigenbaukäfig quasi nie zu sehen war, bot die Royal Suite nun rundherum: Gitterstäbe zum Klettern. Binnen ein, zwei Tagen wurden meine Rattenjungs von absoluten Kletternerds zu Kletterprofis. Trotz kleinerem Käfig nahm ihr Bewegungslevel stark zu, was in totalem Widerspruch zu dem steht, was ich zuvor bei anderen meiner Ratten in Bezug auf Käfiggrößen beobachtet hatte.

 

Obwohl die Royal Suite kleiner ist, als der Eigenbau zuvor, ist es natürlich kein Knast. Der Käfig ist super und absolut artgerecht. Das schlechte Gewissen in Bezug auf die Tatsache, dass meine Ratten nun wieder "kleiner" lebten, als die letzten drei Jahre, nahmen meine Jungs mir innerhalb weniger Tage nach Einzug.

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