Die Etagen

Verschiedene Etagen sind in einem Rattenkäfig ein Muss! Je nach Art des Käfigs sollte mindestens eine Volletage und mehrere halbe bzw. kleinere Etagen vorhanden sein. Sie werden von den Ratten mit Hilfe von Leitern, Rampen und Seilen erklommen und sehr gern genutzt.

Eine Volletage (also eine Etage, die über die gesamte Länge und gesamte Breite geht und ein Loch zum raufklettern hat) dient der Verdopplung der Lauffläche. Außerdem lassen sich dort sehr gut Häuschen und Futternäpfe aufstellen, die gern genutzt werden. Wenn man die Etagen mit einem Streuschutz (Holz- oder Plexiglasstreifen) versieht, kann man sie sogar einstreuen.

Etagen sollten aus beschichteter Spanplatte bestehen. Die Beschichtung dient dem Schutz vor dem Urin der Ratten. Kann Urin ins Holz einziehen (bei unbehandeltem Holz), stinkt der ganze Käfig bereits nach einer Woche ganz furchtbar!!

Die Schnittkanten kann man mit einem sogenannten Umleimer schützen.
Beschichtete Spanplatte kann man sehr günstig in der Restekiste im Toom Baumarkt oder im Sonderpostenmarkt bei Ikea bekommen (zwischen 0,50 € und 4,50 € das Brett, je nach Größe).

Man kann die Etagen aber auch mit Sabberlack (Kinderspielzeuglack auf Acrylbasis) lackieren. Jedoch hält dies den Urin erfahrungsgemäß nicht lange ab und ist wenig empfehlenswert und keine Sache von Dauer.

Man kann die Etagen auch mit doppelseitiger Folie bekleben, wenn man keine Ratten hat, die sehr nagewütig sind.

Auch fliesen kann man die Etagen. Dadurch werden diese bzw. der gesamte Käfig aber sehr schwer, was wiederum nichts für häufige Umzüge etc. ist, sondern etwas von Dauer.


Gitteretagen

Gitteretagen, die sehr gern in Frettchenkäfigen vorhanden sind, müssen dringend ausgetauscht werden. Gitteretagen sind nicht artgerecht und führen über kurz oder lang zum sogenannten Bumblefoot (Ballenabszess), welcher sehr schmerzhaft ist. Zudem können sich die Rattis Zehen brechen oder den Schwanz oder im schlimmsten Falle sogar abreißen, wenn sie darin hängen bleiben.

Sind die Gitteretagen fest mit dem Käfig verbunden, müssen Holzetagen oben drüber montiert werden. Leitern aus Gitter sind aber erlaubt.

Das Schlafhäuschen

Faustregel: Pro Ratte sollte es eine Rückzugsmöglichkeit geben. Das können Schlafhäuschen aus Holz, Ton oder Keramik sein. Aber auch umgedrehte Keramik-Blumentöpfe, mit einem Eingang. (Dazu legt man den Blumentopf ca. 20 Minuten im lauwarmem Wasser ins Spülbecken. Anschließend bricht man an der gewünschten Stelle mit einer Spitzzange ein gewünschtes Stück heraus. Dann sollte man die Kanten mit Schleifpapier glatt schleifen.) Auch Bonbongläser oder Amphoren für Pflanzen oder Aquarien eignen sich perfekt.

Man kann auch Pappröhren (Achtung: Klopapierrollen sind zu eng!), Abfluss- oder Drainagerohre anbieten. Auch Hängematten oder Blumenampeln werden gern angenommen. Auch aus Bonbongläsern kann man Häuschen machen. Weidenkörbe ergeben im Käfig aufgehängt ebenfalls beliebte Rückzugsmöglichkeiten.

Hängematten

Die obligatorische Hängematte darf im Rattenkäfig natürlich nicht fehlen. Okay, sie ist nicht lebenswichtig, für die Rattis, aber sie ist ein rattentypischer Einrichtungsgegenstand. Alle Ratten lieben Hängematten!

Dabei kommt es vor allem auf die Befestigung an. Eine Hängematte kann noch so flauschig und teuer sein - wenn sie nicht richtig befestigt ist, trauen die Ratten sich nicht, darin zu schlafen. Diese Erfahrung habe ich selber gemacht. Hängematten lassen sich am Besten mit Karabinern am Gitter befestigen.

In Eigenbauten sollte man Ösenschrauben ins Holz schrauben und die Karabiner dann dort einhaken.

 

Eine Hängematte ist typischerweise oben offen, was auf scheue Ratten keinen besonders guten Eindruck macht. Ideal sind da doppellagige Hängematten, in die die Ratten hineinkrabbeln können.

 

Wer dies selbst nicht hinbekommt oder grundsätzlich hochwertigere Kuschelsachen aus Stoff kaufen möchte, kann mal in meinem Shop vorbei schauen: www.annas-kuschelsachen.de 

Der Futternapf

Man sollte mindestens einen Futternapf für Trockenfutter und einen für Frischfutter haben. Sie sollten aus Ton, Keramik, Steingut oder Glas bestehen und im Käfig kippsicher stehen. Um den Napf davor zu schützen, mit Streu zugescharrt zu werden, kann man ihn auch auf eine erhöhte Etage stellen (aber bitte kippsicher aufstellen!).

Für ältere, kranke oder schwache Ratten empfehlen sich Schalen mit einem niedrigen Rand.

Wenn man eine Spülmaschine hat, ist es ideal, auch Näpfe zu nehmen, die spülmaschinengeeignet sind, denn mit der Hand kann niemand so heiß (und das bedeutet gleichzeitg: so sauber) spülen, wie eine Spülmaschine. 

 

Kunststoff und Alunäpfe werden von Ratten im Allgemeinen nicht besonders gern angenommen. Kunststoffnäpfe sind zu leicht und die Ratten können sich nur selten auf den Rand setzen und daraus fressen, ohne, dass das komplette Teil umfällt. Alunäpfe scheinen sich negativ auf den Geschmack des Inhaltes auszuwirken. 

Die Trinkflasche / der Wassernapf

Ob man sich als Wasserquelle im Käfig für eine Trinkflasche (Nippeltränke) oder einen Wassernapf entscheidet, ist im Grunde Geschmacks- bzw. Erfahrungssache. Die einen Halter schwören auf Flaschen, die anderen auf Näpfe. Dabei sollte man die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten berücksichtigen:

 

trinkflasche-1
 

Vorteile einer Trinkflasche:

• das Wasser kann nicht von den Ratten verunreinigt werden
• Anbringung an der Außenseite des Käfigs ist möglich

• das Aufnehmen von Flüssigkeit in Tropfenform ist für Ratten sehr natürlich
• kann nicht von den Ratten umgestoßen werden
• kann nicht ein- oder untergraben werden

 

Nachteile einer Trinkflasche:

 

• je nach Art der Flasche erschwerte Reinigung

• kann schnell verstopfen oder verkalken

• klappert bei Benutzung
• Algenbildung möglich
• ausgiebige Reinigung des Trinkröhrchens fast unmöglich

Es gibt zig verschiedene Trinkflaschen im Handel. Wichtig ist, dass man die Flasche immer ganz voll macht, damit sie nicht tropft oder gar ausläuft, sobald man sie aufhängt. Vor dem Anbringen sollte die Flasche mit dem Finger jedes Mal überprüft werden, ob sie auch funktioniert. Um für den Fall eines Totalausfalles vorzubeugen, sollten immer mindestens zwei, besser noch mehr Trinkflaschen am Gehege angebracht sein. Idealerweise an verschiedenen Stellen und auf jeder Etage eine.

Vorteile eines Wassernapfes: 

 

• kann auch problemlos von alten, kranken oder schwachen Ratten benutzt werden
• kann den Ratten im Sommer auch zur Abkühlung dienen
• einfacher und schneller Wasserwechsel
• sehr einfache Reinigung (meist auch spülmaschinengeeignet)

Nachteile eines Wassernapfes:


• kann von den Ratten umgestoßen werden
• kann von den Ratten untergraben oder zugebuddelt werden
• muss meist erhöht stehen (Absturzgefahr)
• kann u. U. für Jungtiere zur lebensgefährlichen Falle werden

Als Wassernapf kann man fast alles verwenden. Kunststoff oder Alunäpfe werden von Ratten übrigens nur höchst ungern genutzt. Man vermutet, dass sich das Material negativ auf den Geschmack des Wassers auswirkt. 

 

Man kann auch einen Napf und Trinkflaschen in Kombination verwenden. So geht man immer auf Nummer sicher.

 

Die meiner Meinung nach beste Trinkflasche auf dem deutschen Markt stammt von der Firma Trixie. Sie hat einen Kunststoffhalter, den man einfach ins Gitter einbauen kann, so dass man nicht ewig lange mit einem Draht rumfummeln muss, der am Ende doch verloren geht.

 

Die Flasche selbst hat einen Kugelverschluss und eine sehr große Öffnung, die die tägliche Reinigung ungemein erleichtert. Meines Wissens nach ist es die einzige Trinkflasche mit einer so großen Öffnung, die es gibt.

 

(Siehe Foto rechts.)

 

Nistmaterial

Heu und/oder feines Stroh sind für Ratten nur dann geeignet, wenn diese nicht allergisch oder empfindlich auf das Material reagieren. Eine Allergie auf den Staub im Heu kann sich durch Niesen, vermehrten Juckreiz oder Hautausschlag äußern. Dann bitte darauf verzichten!

Als Nistmaterial eignet sich am Besten unparfümiertes, unbedrucktes Toilettenpapier. Aber auch Zeitungspapier, das man durch den Aktenvernichter geschickt hat, kommt bei Ratten super gut an. Die Streifen sind erstaunlich weich und flauschig (auch Skeptiker sollten das unbedingt mal testen!!).

Kapokschoten sind ebenfalls erlaubt. Man kann sie im Zoohandel kaufen und die Ratten haben in der Regel viel Spaß dabei, das flauschige Material aus den Schoten herauszuzupfen.

Ungeeignet ist jedoch Hamsterwatte. Sie wurde vom TVT sogar als gesundheitsgefährdend eingestuft. Denn die Ratten können sich damit Extremitäten, wie Schwänze und Zehen abschnüren. Babyratten können sich damit sogar strangulieren!

Tunnel

 

Ratten lieben Tunnel jeder Art. Im Handel gibt es welche aus verschiedenen Materialien. Kork, Holz, Stoff, Ton, Weidenholz, Kunststoff... Was die Ratten bevorzugen, muss ausprobiert werden.

 

Bei meinen eigenen Ratten kommen alle Tunnel gleichermaßen gut an. Je länger, desto besser. Bei besonders langen Tunneln (mehr als 80 cm) sollte darauf geachtet werden, dass diese kleine Löcher zwecks Belüftung haben. Halten die Ratten sich viel darin auf, kann ansonsten Kondenswasser entstehen, welches zu Staunässe führt. Darin nisten sich gerne Keime ein, die die Ratten krank machen können.

 

Ideal sind Drainagerohre, denn diese haben bereits rundherum kleine Löcher. Sie können auch für große Distanzen, als Käfigverbindung oder dergleichen verwendet werden. 

Einstreu

Das Thema Einstreu ist sehr komplex. Ich selbst verwende Zeitungspapier als Einstreu. Aber ausführlicher habe ich das Thema hier behandelt: Einstreu

Rattenklo

Gut angenommen wird auch von manchen Ratten ein Klo. Dafür können viele Behältnisse verwendet werden. Keramikschalen für Blumen, ausgediente Auflaufformen, Werkzeugkästen oder auch original Nagertoiletten. Als Streu kann man Chinchillasand verwenden. Man kann auch Maisstreu nehmen. Von Katzenstreu sollte man besser absehen, da sie klumpt und wenn sie gefressen wird, im Bauch der Ratten sogar zum Tod führen kann.

Mit einem ausgedienten Küchensieb oder einer feinmaschigen Katzenstreu-Schaufel kann man die Köddel gut raussieben.

Kletteräste

Äste zum Klettern und Benagen sollten in einem Rattenkäfig auf keinen Fall fehlen. Man kann sie auch sehr gut einbauen, damit die Ratten von einer Etage zur nächsten Kletter können. (Achtung bei alten oder kranken Tieren; da bitte eine einfachere Art und Weise zum Aufstieg bereitstellen!)

Die Äste sollten von ungespritzten Apfel-, Birnen- oder Haselnussbäumen stammen. Auch Weide, Birke, Erle und Pappel können verwendet werden. Äste von Steinobstbäumen (Kirsche, Pflaume etc.) bitte nur ohne Blätter (enthalten einen Stoff, der in Verbindung mit Speichel zu Blausäure zerfällt) anbieten.

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