Der tägliche Auslauf  im rattensicheren Zimmer

Unabhängig von der Größe des Käfigs oder des Rudels brauchen Ratten mindestens eine Stunde Auslauf am Tag.

Der Auslauf sollte in einem rattensicheren Raum stattfinden. Idealerweise sollten die Ratten selbst entscheiden, ob und wann sie rein oder raus möchten. Dazu kann man den Käfig entweder in den gewünschten Raum tragen oder den Käfig mit einer Leiter oder Rampe versehen.

Manche Leute lassen ihre Ratten im Bad laufen. Da dieser Raum gefliest und sehr überschaubar ist, bietet es sich auch an. Jedoch ist es schwierig, wenn die Tiere dafür aus dem Käfig gefischt und zum Einsperren wieder eingefangen werden müssen. Besonders dann, wenn die Ratten scheu sind.

 

So manch spitzfindiger Halter kann aber vielleicht ein langes Drainagerohr benutzen, um beide Orte miteinander zu verbinden. Für lange Verbindungen ist ein Drainagerohr sehr gut geeignet, weil es "Lüftungslöcher" hat und so keine Staunässe entstehen kann. 

Besser ist Auslauf auf freiwilliger Basis.

Dazu kann man den Raum, in dem der Käfig steht, rattensicher gestalten. Bei den meisten, ist das das Wohnzimmer oder der Flur. 

Folgende Gefahrenquellen sollten ausgeschlossen, abgesichert oder ausgeschaltet werden:

• offene Türen oder Fenster
• freiliegende Kabel
• Versteckmöglichkeiten, aus denen man ängstliche Ratten nicht wieder raus bekommt
• PC- und Fernsehecke
• gefüllte Gießkannen oder andere Behälter mit Wasser
•  Steckdosen (am Besten eine Kindersicherung einbauen)
• giftige Pflanzen
• Fressfeinde
• kleine Tiere, die von den Rattis gefressen werden könnten
• unkastrierte Artgenossen des anderen Geschlechtes

Kabel kann man hervorragend in Kabeltunneln verlegen. Die gibt es einmal als Rohre und einmal als biegsame "Schläuche" im Baumarkt.

Auslaufabsperrungen oder -abgrenzungen sollte man dann einbauen, wenn die Tiere nur auf einer begrenzten Fläche laufen sollen.

Bei uns geht das Wohnzimmer ohne Tür in die Küche über. Daher hat mein Mann eine kleine 80 cm hohe Flügeltür gebaut (siehe rechts).

Vorsicht: 80 cm ist für manche Ratten kein Hindernis. Die Tür sollte den Ratten entsprechend hoch genug sein.

Ritzen, die hinter Schränke oder andere Möbel führen, die nicht abrückbar sind, sollten verschlossen werden.

Öffnungen, durch die die Ratten unter Möbel gelangen können, sollten ebenfalls verschlossen werden. Hierzu kann man Bretter z. B. sehr genau sägen und einfach einklemmen. Bei Bedarf kann man sie so herausnehmen und einfach wieder einsetzen.

Man kann sie auch mit Heißkleber festkleben (dabei darauf achten, dass die Heißklebepunkte an Stellen sind, wo die Ratten nicht dran herumnagen können).

Beachtet auch, dass die Rattis sich eventuell unwiderruflich unter ihrem eigenen Käfig (Eigenbau) verschanzen können. Auch das sollte vorher abgesichert werden.

Fressfeinde wie Hunde oder Katzen sollten während des Auslaufes nicht oder nicht unbeaufsichtigt im Raum sein.

Bereiche, die man nicht rattensicher gestalten oder anderweitig sichern kann, kann man mit einer Auslaufabsperrung sichern.

Ich habe für diese Zwecke mehrere Umzugskartons aufgeschnitten und mit Panzertape so aneinandergeklebt, dass man die Absperrung zusammenklappen und platzsparend verstauen kann, wenn man sie grade nicht braucht.

Selbstverständlich eignet sich das Pappmodell nicht für alle Ratten. Für nagewütige Ratten und Ausbruchkünstler ist eine Variante, wie Sonja sie hat (Klick) sicherlich sinnvoller.

 

Das 1. Mal Auslauf

Wenn man neue Ratten hat oder zum 1. Mal Ratten hat, sind diese meist noch nicht an den Auslauf gewöhnt. Zunächst sollte man ihnen eine Woche Eingewöhnungszeit ohne Auslauf gönnen. Wenn man sie dann schon etwas zahm bekommen hat, sollte man den Auslauf zunächst im Bad oder in einem abgetrennten Bereich stattfinden lassen. Auch das Bett oder das Sofa eignen sich zunächst.

Beim 1. Auslauf sollte der Mensch die Attraktion sein. Es sollte keine Versteckmöglichkeiten geben, die den Menschen dazu veranlassen, eine wilde Hetzjagd zu vollziehen, wenn er die Kleinen wieder einsperren möchte.

Pappröhren oder Drainagerohr-Stücke können dazu dienen, die Ratten vom Käfig in den Auslauf zu setzen, wenn sie sich noch nicht hochheben lassen mögen.

Man sollte sich als Mensch einfach mitten rein setzen und Versteckmöglichkeit und Kletterbaum zugleich sein.

Weite Klamotten laden die Ratten zum Verstecken mit ersten Kuschelattacken bei ihrem Menschen ein.

Nach und nach, wenn die Ratten zahmer und zutraulicher geworden sind, kann man den Auslauf erweitern.

Stubenreinheit im Auslauf

Je mehr eine Ratte sich bewegt, desto angeregter die Verdauung. Das führt dazu, dass sich die Rattis auch während des Auslaufs erleichtern müssen. Doch nicht nur das: Sie markieren auch und das ist auch wichtig.

Wenn man Ratten hält, muss man damit leben, dass sie immer und überall pullern und somit markieren - auch Weibchen!

Manche Ratten kann man daran gewöhnen, auch ein Klo im Auslauf zu benutzen. Am Ehesten kann man sie dazu bringen, es zu benutzen, wenn es ein Dach hat und mit Chinchillasand gefüllt wurde. Aber manche Ratten haben im Auslauf auch Wichtigeres zu tun, als ein Klo zu benutzen und köddeln dort, wo sie gerade gehen und stehen.

Ein Rattenhalter muss damit leben können.

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