Ziehen Ratten ein, muss ein Käfig her - klare Sache. Aber wohin mit dem Ding? In manchen Wohnungen bieten sich gleich mehrere Alternativen an. Aber nicht jeder freie Platz in der Wohnung ist auch gut geeignet.

Grundsätzlich gelten für alle Möglichkeiten folgende Grundregeln:

 

• keine Zugluft

Ratten neigen zu Erkältungen.

 

• keine Kabel, Vorhänge, Garderoben und dergleichen in Käfignähe

Ratten angeln nur allzu gern durch die Gitterstäbe nach allem Möglichen, um es in den Käfig zu ziehen und/oder daran herum zu nagen.

 

• nicht in der Nähe von Heizkörpern
Die Gefahr des Überhitzens, wenn die Ratten nicht ausweichen können, während der Heizkörper läuft, ist sehr gut. Zudem ist zu trockene Luft schlecht für die Atemwege.

 

• nicht nach draußen

Farbratten bekommen kein Winterfell und das Fell wächst auch nicht nach Witterung. Auch in Gartenhäusern oder Garagen unterkühlen sie sehr schnell und werden krank. Daher sind nur Wohnräume für die Rattenhaltung geeignet.

 

• nicht direkt vor ein Fenster

Direkte Sonneneinstrahlung kann nicht nur zur Überhitzung führen, sondern ist auch für die Augen der dämmerungsaktiven Kobolde nicht besonders gesund.

 

• nicht in die Nähe empfindlicher Gegenstände, Möbel oder ungerschützter Wände

Ratten sind manchmal kleine Schweine. Durch die Gitterstäbe hindurch wird schon mal der ein oder andere Tropfen Urin verloren. Dies kann dahinterliegende Wände oder Möbel wirklich schlimm verunstalten.

 

(Anmerkung zum Bild: Mein Rattenkäfig steht im Flur, neben einem Bleiglasfenster, das nicht aufgeht. Zugluft ist keine vorhanden, dafür aber ein leicht zu pflegender Fliesenfußboden.)


Küche & Bad eher ungeeignet

 

Sowohl die Küche als auch das Badezimmer sind normalerweise keine guten Standorte für den Rattenkäfig. In der Küche herrscht oft mäßiger Stress. Es wird Essen zubereitet. Dies kann ein Hygienerisiko darstellen. Umherfliegende Rattenhaare auf dem Nutellabrot können charmant sein, aber die meisten Menschen empfinden sowas eher als störend. *grins*

 

Im Badezimmer herrscht naturgemäß eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Obwohl eine zu trockne Luft für die Atemwege der Ratten nicht gut ist, ist zu feuchte Luft ebenso wenig erstrebenswert.

Wohnzimmer - Mittelpunkt der Familie

 

Im Wohnzimmer kommt die Familie im Allgemeinen früher oder später zur Ruhe. Es wird Fernsehen geschaut oder gechillt. Diese Zeit kann man sehr gut nutzen, um sich mit den Ratten zu beschäftigen. In einem Wohnzimmer wäre ein Rattenkäfig sehr gut aufgehoben, weil die Tiere so Anteil am Leben ihrer Menschen haben können. Dies kann sich positiv auf das Vertrauensverhältnis auswirken.

Schlafzimmer - Nachtaktivität

 

Ratten im Schlafzimmer stehen zu haben, ist nur empfehlenswert, wenn man entweder einen sehr festen Schlaf hat, selbst nachtaktiv ist oder Ohropax benutzt. Denn Ratten sind eben dämmerungs- und nachtaktiv und es ist ihnen egal, ob ihr Mensch einen Meter entfernt zu schlafen versucht. Das Klappen der Trinkflasche, das Zerreißen von Zeitungspapier oder das Annagen von Nussschalen kann ab irgendeinem Punkt durchaus derartig nerven, dass man verzweifelt.

 

Gerade auch jüngere Rattenhalter, die am nächsten Tag Schule haben, sollten sich wirklich gut überlegen, ob ein Rudel nachtaktiver Tiere in ihrem Zimmer glücklich macht.

 

Ich selbst schlafe mit Ohropax, würde meine Ratten aber trotzdem nicht im Schlafzimmer haben wollen. Das wäre mir immer noch zu laut.

 

Rattenzimmer - große Freiheit oder Abschottung?

 

Wer die Möglichkeit hat, seinen Ratten ein eigenes Rattenzimmer zur Verfügung zu stellen, hat dadurch natürlich viele Vorteile. Gerade auch Gästen, anderen Haustieren und Kindern gegenüber. Die Ratten können einfach ein- bzw. ausgesperrt werden, wenn die Situation es erfordert.

 

Drei Jahre lang hatten meine Ratten ein Rattenzimmer zur Verfügung. In diesem hatten sie neben einem 200 cm langen Käfig auch einen 24-Stunden-Dauerauslauf. Was im ersten Moment nach purem Luxus klingt, muss unbedingt von zwei Seiten betrachtet werden.

 

Scheue und ängstliche Ratten haben in einem eigenen Zimmer stets die Möglichkeit, sich zurück zu ziehen und zurück gezogen zu bleiben. Sie haben nur Kontakt zu Menschen, wenn dieser im Rattenzimmer ist. Steht der Käfig in einem belebten Teil der Wohnung, sind die Ratten am Alltagsleben beteiligt, was bei scheuen Ratten schnell zu einem Gewöhnungseffekt und somit zu weniger Schreckhaftigkeit führt.

 

Zudem hat man selbst von seinen Ratten weniger, wenn sie ein eigenes Zimmer bewohnen. Natürlich, der ein oder andere geht zum Arbeiten ins Rattenzimmer oder bügelt dort. Aber es ist trotzdem etwas Anderes, als wenn die Rattis ständig jemanden um sich herum haben.

 

Ein Rattenzimmer bietet also Vor- und Nachteile.

Flur - Durchgangsverkehr

 

Ein Flur kann manchmal durchaus Platz für einen Rattenkäfig bieten. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass hier keine Zugluft vorhanden ist, wie es in Fluren häufig der Fall ist.

 

Sollte dieses Risiko ausgeschlossen sein, kann der immer wiederkehrende Durchgangsverkehr der Familie im Flur den Rattis durchaus Spaß machen. Immer auf dem Laufenden, immer mitten dabei und schnell bettelnd am Gitter hängend, nehmen die Tiere oft sehr gerne Teil am Familienleben.

 

Ist der Flur aber wirklich eine Art Bahnhof, sollte man bedenken, dass zu viel Action für die Ratten Stress bedeutet. Zwischen Abenteuer und Stress liegt oft nur ein schmaler Grat. Während das eine für die Ratten klar von Vorteil ist, kann das andere auf Dauer immunschwächend und somit lebensverkürzend wirken.

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