Es gibt Medikamente, die sollten in keiner Rattenhalter-Hausapotheke fehlen. Dazu gehören z.B. Traumeel-Salbe, Kamillentee, Octenisept Wunddesinfektionsmittel oder ein pflanzliches Mittel zum Schleimlösen im Falle einer Erkältung.

 

Es gibt aber auch Medikamente, deren Anwendung und Umgang nicht ohne die Diagnosestellung durch einen Tierarzt erfolgen sollte. Dazu zählen vor allem Antibiotika oder Schmerzmittel, sowie Cortison und dergleichen.

 

Leider kommt es vor allem auf Facebook immer wieder zu Ratschlägen, Medikamentenrestbestände bei dieser oder jener Erkrankung auf den bloßen Verdacht hin, zu verabreichen. Ohne einen Tierarzt aufgesucht zu haben, ohne die entsprechende Dosierung in Bezug auf die jeweilige Erkrankung zu kennen.

 

Dies kann weitreichende Folgen haben, wie z.B.:

 

• in Bezug auf Antibiotika können sich Resistenzen bilden
• Leber und/oder Nieren können geschädigt werden, weil die Medikamente darüber abgebaut werden
• ohne Diagnose könnte das jeweilige Medikament die Erkrankung schlimmer machen, anstatt zu helfen
• Überdosierungen
• Organschäden
• Symptome werden übersehen, weil die Medikamente sie überlagern

Es gibt Fälle, in denen man nicht sofort einen Tierarzt (insbesondere Notdienst) aufsuchen muss, das stimmt schon. Man muss sich immer darüber im Klaren sein, dass ein Tierarztbesuch für eine Ratte sehr stressig ist. Hinkt eine Ratte beispielsweise, hat aber keine Entzündungsanzeichen (Schwellung, Rötung, heißes Füßchen), heißt die Devise erstmal abwarten. Es könnte sich z.B. um eine simple Stauchung handeln, die am nächsten Tag schon besser und am darauffolgenden Tag gänzlich verschwunden ist.

Den gesunden Menschenverstand einzuschalten und durchaus mal den Vergleich zu sich selbst zu ziehen, kann dabei sehr hilfreich sein, abzuwägen, ob ein Tierarztbesuch notwendig ist oder nicht.

 

Bei entzündlichen Infektionen, wie Atemwegsgeschichten oder eitrigen Wunden, ist ein Besuch beim Tierarzt aber immer notwendig, da die Tiere einen sehr schnellen Stoffwechsel haben und sich Entzündungen in dem kleinen Körper sehr schnell ausbreiten können. Die Folge wäre dann eine Blutvergiftung bzw. Organversagen (je nach Erkrankung).

 

Ist man unsicher, kann man auch beim Tierarzt anrufen, die Symptome schildern und fragen, ob ein Besuch jetzt sofort nötig ist oder ob man bis zum nächsten Tag warten kann/sollte.

 

Sollten einem in einer Facebookgruppe, einer WhatsApp-Gruppe oder einem Forum dazu geraten werden, ohne Absprache mit dem Tierarzt verschreibungspflichtige Medikamente, wie Antibiotika, Cortison oder durchblutungsfördernde Mittel zu verabreichen, ist es wichtig, diesen Rat nicht zu befolgen! Zur Sicherheit der eigenen Tiere!

 

Nur ein Tierarzt kann und darf diese Anweisungen zur Medikation erteilen! Sollten euch in einer dieser Gruppen Medikamente angeboten werden (zum Kauf, als Geschenk, per Post oder was auch immer), denkt daran, dass der Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten eine strafbare Handlung ist. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um Präparate aus der Human- oder der Veterinärmedizin handelt.

 

Hat man Restbestände Zuhause, die man aufbrauchen möchte, ist dies nicht verwerflich. Wenigstens eine kurze Rücksprache per Telefon mit dem Tierarzt ist aber unumgänglich.

 

User einer Gruppe oder eines Forums verfügen zwar oft über ein unschätzbares Wissen, das auf jahrelange Erfahrung zurück zu führen ist. Aber nur wenige von ihnen haben eine medizinische Ausbildung genossen. Und noch weniger davon sind Tierärzte. Und keiner davon hat sich dein Tier angesehen und eine Diagnose gestellt.

 

Daher verzichtet bitte auf die riskante Selbstmedikation durch Anraten von anderen Rattenhaltern. Es ist gefährlich und kann im allerschlimmsten Fall mit dem Tod des jeweiligen Tieres enden.

 

Es ist niemals verkehrt, den Tierarzt anzurufen und ihn nach etwas zu fragen!

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